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Veröffentlichungsdatum: 25.06.10

Kategorie rot in Bockenheim: Erfolgreiche Katastrophenschutzübung

Von: Katrin Görg

Pressebericht der Frankfurter Rundschau vom 19.06.2010:

Kategorie rot: Katastrophenschutz-Übung im St. Elisabethen-Krankenhaus

Telefone in sämtlichen Räumen des St. Elisabethen-Krankenhauses an der Ginnheimer Straße klingeln scheinbar um die Wette, der Hausalarm schrillt los, sämtliche Mitarbeiter finden sich im Aufenthaltsbereich direkt neben dem Empfang ein, bereit, Verletzte zu versorgen.

"Es handelt sich um eine Übung", dröhnt es aus den Lautsprechern. Und trotzdem darf nicht gepatzt werden, denn Übungsbeobachter der Stadt und des Krankenhauses schauen mit Adleraugen zu, wie das Krankenhausteam die logistische Leistung "Katastrophenschutz-Übung" abloviert.

Schon 15 Minuten nach Eingang der Nachricht über eine Explosion rollt der erste Rettungswagen in die Notaufnahme und bringt Patientin Nummer eins von insgesamt 40 Übungsstatisten. Sie ist nicht bei Bewusstsein. "Kategorie rot", heißt es und die etwa 30-jährige Frau wird wegen Verdachts auf innere Verletzungen in einen Behandlungsraum für Schwerverletzte gebracht. Sie trägt ein Schild um den Hals, das sie als Übungsdarstellerin identifiziert.

"Es kann aber durchaus vorkommen, dass sich zwischen die Übungen auch echt Notfälle mischen. Die dann in das Szenario mit eingebunden und genauso weiterbehandelt".

Während ein junger Mann geröntgt wird, kümmern sich zwei Chirugen und zwei OP-Pfleger um die bewusstlose Frau, leisten Erstversorgung, machen Tests, bis es heißt: "Kategorie gelb." Die Frau hat keine inneren Schäden und gilt mit ihrem Unteram- und Rippenfrakturen als mittelschwer verletzt. Mittlerweile ist sie auch wieder ansprechbar.

"Leicht verletzt sind diejenigen, die noch selbst laufen können. Die vorgetäuschten Verletzungen aller Schweregrade, von Schürfwunden bis zu gebrochenen Beinen, wurden im Alten- und Pflegeheim St. Josefshaus herbeigeführt - aber nicht durch Anwendung roher Gewalt, sondern mit Schminke und Mullbinden. Über die Situation in der vollen Notfallaufnahme unterrichtet das Datenerfassungsbüro externe Behörden, will heißen: Polizei und Feuerwehr.

Während der etwa zweistündigen Übungszeit ist das Krankenhaus für Besucher tabu. Nur Angehörige von Notfallpatienten dürfen noch hereinkommen. "Die müssen sich aber ausweisen". Andernfalls herrsche zu großes Chaos. Um die Betreuung und die Seelsorge der Angehörigen kümmert sich Krankenhaus-Oberin Marita Fabich.