Einweihung neues Eckgebäude St. Marienkrankenhaus am 09. Oktober 2009
Neue Palliativstation
St. Marienkrankenhaus
Neue Palliativstation -
Interview mit den Krankenpflegekräfte über Ihre Arbeit
Seit März 2006 begleiten wir im St. Marienkrankenhaus der Katharina-Kasper gGmbH Patienten mit nicht mehr heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung auf der dafür eingerichteten Palliativstation. Die Leitung der Klinik freut sich, nun mitteilen zu können, dass im neuen Eckgebäude, welches am kommenden Freitag, den 09. Oktober 2009, eingeweiht wird, eine großzügige, in freundlichem Ambiente gestaltete Station mit zehn Betten bezogen werden kann.
Was ist Palliativmedizin?
Palliativmedizin bedeutet lindernde, nicht heilende Medizin. "Pallium", das lateinische Wort für Mante, beschreibt metaphorisch die umhüllend-schützende Sorge für unheilbar Erkrankte.
Die Palliativmedizin beruht auf einem ganzheitlichen Konzept. Die pflegerische, psychosoziale und seelsorgerische Betreuung nimmt - neben der medizinischen - eine sehr wichtige Rolle ein. Der Patient wird darin unterstützt, so aktiv und selbstbestimmt wie möglich zu leben, auch im Wissen um die Nähe von Sterben und Tod. Zugleich hilft sie den Angehörigen bei der Bewältigung der Krankheitssituation. Die palliative Betreuung schließt, die Schmerztherapie sowie die individuelle Behandlung weiterer Symptome der Erkrankung wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl und Angstzustände mit ein.
Was ist ein Palliativpatient?
Überwiegend sind es Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen. Es werden aber auch Patienten mit chronischen neurologischen Erkrankungen oder mit Herz- Kreislauf- und Lungenerkrankungen palliativmedizinisch betreut. Voraussetzung ist eine Anmeldung durch den behandelnden Arzt.
Unsere "neue" Palliativstation
Sie umfasst zehn Betten in großen, wohnlich eingerichteten Einzelzimmern, jedes ausgestattet mit einem modernen Bad und eigener Dusche. Die Station verfügt über einen großzügigen, freundlichen Aufenthaltsraum und einen "Raum der Stille" der Patienten und Angehörigen weitere Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten bietet. Bei der Gestaltung und Einrichtung der gesamten Station spielen Farben und Naturmaterialen wie Holz eine zentrale Rolle. Die Zimmer der Station sind entlang eines Rundgangs angeordnet.
Auf Wunsch können Angehörige übernachten. Es gibt keine feste Besuchszeitenregelung und auch junge Besucher sind herzlich willkommen.
Im Idealfall kann der Patient wieder in seine häusliche Umgebung entlassen werden. Die Zusammenarbeit und Absprache mit den Hausärzten, die die weitere Bedeutung übernehmen, ist dabei sehr wichtig. Wir organisieren die Vermittlung ambulanter Hilfen, die Verlegung in ein Pflegeheim oder in ein Hospiz.
Arbeiten auf einer Palliativstation - das multi-professionelle Tem:
Wenn heilen nicht mehr möglich ist, stehen Linderung und Behandlung von Symptomen im Vordergrund. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität und nicht Lebensverlängerung um jeden Preis.
Das Pflegeteam unter der Leitung von Renate Gillenkirch mit Zusatzqualifikationen in Palliativ Care und Onkologie besteht aus elf Mitarbeitern. Ein Ärzteam unter Leitung des Chefarztes der Inneren Medizin, Herrn Prof. Dr. med. Franz Hartmann, dem Oberarzt Herrn Dr. med. Gunter Pollmeier, Facharzt für Hämatologie/Onkologie und Innere Medizin sowie Frau Beate Blasius, Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin, sorgt für die medizinische Betreuung. Das interdisziplinäre Team wird ergänzt durch die Psychoonkologin Frau Irmgard Encke sowie Krankengymnasten, Sozialdienstmitarbeiter, Ernährungsberater, Seelsorger, einer Musiktherapeutin und weiteren Spezialisten unterschiedlichster Fachrichtungen.
Da Schmerzen die Lebensqualität grundlegend beeinträchtigen, hat die Schmerztherapie in der Palliativmedizin oberste Priorität, gefolgt von der Kontrolle anderer, druch die schwere Krankheit hevorgerufener Symptome. Fürsorge, offene Aussprache und Aufrichtigkeit prägen das Verhältnis zwischen dem Kranken und dem Behandlungsteam. Auch wenn Heilung nicht mehr möglich ist, soll die verbleibende Zeit eines schwerstkranken Patienten als lebenswert und würdevoll erlebt werden. Dieser schwierigen Aufgabe stellen wir uns!
Interview:
Am 20. Juli 2009 bezog die Palliativstation die neuen Räume. Dies nehmen wir zum Anlass, die Krankenpflegekräfte in einem Kurzinterview über ihre Arbeit berichten zu lassen.
Was zeichnet die Station aus?
Auf unsere Station kommen schwerstkranke Patienten, meist in ihrer letzten Lebensphase, mit unterschiedlichsten Beschwerden und Bedürfnissen. Dafür bringen wir professionell weit gefächerte, aber auch sehr spezielle medizinische und pflegerische Fachkenntnisse in die Versorgung ein.
Wir legen großen Wert auf eine angenehme, ruhige und persönliche Atmosphäre. Gerade am Lebensende sind menschliche Begegnungen besonders intensiv und wir erfahren viel aus dem Leben der Patienten. Viele begleiten wir in den letzten Lebenswochen oder -tagen, mache auch - bei mehrmaligen Aufenthalten - über einen längeren Zeitraum.
Wie kann das Team helfen?
Neben professioneller Syptomkontrolle, das heißt Linderung der Schmerzen, von Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Schwäche und Ängsten, ist Zeit und Zuwendung ein besonders wichtiger Aspekt. Das bedeutet auch das "kreative" Erfüllen kleiner Wünsche, den Umgang mit unterschiedlichen Gefühlslagen von Patienten und deren Angehörigen. Wir bieten Unterstützung damit die Patienten trotz schwerster Erkrankung unter würdigen Bedingungen leben, auch auch sterben können.
Was gibt Ihnen Ihre Arbeit?
Wenn wir einen Teil der oben beschriebenen Ziele erreichen, ist kein Tag unserer Arbeit umsonst.
Dass wir auf dem richtigen Weg sind, bestätigen uns die Patienten, aber auch Angehörige, die z.B. in Briefen ihren Dank ausdrücken.
Ein Leitsatz von Cicely Saunders ist für das tägliche Handeln aller Mitarbeiter ein gelebter Grundsatz:
"Sie dins wichtig, weil es eben Sie sind.
Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig!
Wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben werden."







