Bilderausstellung im St. Elisabethen-Krankenhaus
Gunar Klem
Über meine Bilder und mich . . .
Meine Bilder sind das Spiegelbild meines Lebenslaufs, meiner Errinnerungen und Emotionen.
Geboren 1923. Meine Mutter stammt aus dem Baltikum, Vater und Großvater dienten bei der Marine. So ergab es sich von selbst, dass ich im Norden aufwuchs, viel Zeit auf dem Land im Baltikum verbrachte und den Krieg bei der Marine erlebte.
Den Gegebenheiten und meinen eigenen Neigungen entsprechend, arbeitete ich nach dem Krieg in der Landwirtschaft und studierte Agrawissenschaften.
Meinen engen Bindungen an die nordischen Landschaften sind also eine Folge von Herkunft und eigenem Erleben.
In meinen Bildern möchte ich die Sanftmut und die Kraft, die Ausgewogenheit und die Spannungen dieser Landschaften zum Ausdruck bringen. Es werden dabei nicht Einzelheiten in den Vordergrund gestellt; sie würden die Tiefe des Eindrucks, den diese Landschaften vermitteln, stören. Auch arbeite ich nicht ausschließlich nach einem bestimmten Stil, denn das würde der Vielfalt der Gestalt von Land, Meer und Wolken des Nordens nicht entsprechen. "Stil ist Gewalttat", sagt Gerhard Richter.
Mein vielseitiges Leben im Kriege, auf dem Lande, als Redakteur und fast 40 Jahre im Buchhandel brachte mich vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit sehr differenzierten Charakteren und Lebensumständen in Verbindung. Deren Gesichter einzufangen ist ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit, denn auch sie empfinde ich als "Landschaften", die uns faszinieren oder abstoßen, uns schaudern lassen oder aufrichten.
Als Autodidakt hatte ich das Glück, von Verwandten und Freunden, die Maler, Kunstzeichner und Kunsthistoriker waren bzw. sind, immer wieder Anregungen zu erhalten und kritisch begleitet werden. Von besonderer Bedeutung ist für mich das Studium der Literatur, die hilft, die Gedanken und Inspirationen der Maler aller Zeitepochen, ihrer Förderer und Kritiker, zu verstehen. Und wer könnte der Feststellung von Wilhelm v. Humboldt widersprechen: "Die Einbildungskraft durch die Einbildungskraft zu entzünden ist das Geheimnis des Künstlers." Und weiter heißt es in "Schema der Künste": "Die Kunst besteht in der Vernichtung der Natur als Wirklichkeit und ihrer Wiederherstellung als Produkt der Einbildungskraft." (Der Befreiungsschlag der Expressionisten!)
Nicht eignet sich dafür mehr als die nordischen Landschaften und die Gesichter von Menschen. Und deshalb male ich sie.
Kommen Sie ins St. Elisabethen-Krankenhaus und überzeugen Sie sich selbst.
Ihr
Gunnar Kelm






